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Game Tests
 
Fight Night Round 2
Kristian Metzger
 
Das Herz pumpt bis zum Hals, die Arme werden immer schwerer und jede Bewegung bringt einen näher an den Kollaps. Gleichzeitig wird man vom Gegner umkreist, der eine Schlagserie nach der Anderen auf die Deckung prasseln lässt. Die Schläge sind nicht sonderlich fest, schließlich wird hier nur Soft-Sparring betrieben, doch ohne Kopfschuss bringt einem jeder überraschende Schlag nicht nur einen gehörigen Schrecken bei, sondern erinnert den angehenden Boxer auch daran ständig in Bewegung zu bleiben.

Gerade als Schreibtisch-Täter kommt man sich im Boxring ziemlich deplaziert vor, schließlich fällt es schwer mit den Sport-Studenten und erfahrenen Freizeitboxern Schritt zu halten. Außerdem kann man sich nach einem Training kaum noch bewegen und ist erst zwei Tage später wieder dazu in der Lage körperliche Arbeit zu leisten. Deswegen empfehle ich echten Boxfans lieber, stattdessen mit Eletronic Arts Fight Night 2 in den Boxring zu steigen, schließlich kann man bei der extrem realistische Simulation ganz ohne Blessuren eine Boxer-Karriere nachspielen und gefährdet beim Selbstversuch nicht die eigene Gesundheit.

Um diese Authentizität zu erreichen, kreiert der Spieler zu Beginn auch am besten gleich einen eigenen Boxer, der bis ins kleinste Detail konstruiert werden kann und damit für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Untermalt von fetten Hip-Hop-Beats stattet man den Schützling mit Tatoos, einer abgefahrenen Figur und einem coolen Boxoutfit aus. Wie bei einem Rollenspiel wird auf die unterschiedlichen Fähigkeiten Punkte verteilt, die ganz entscheidend die Taktik des Boxers bestimmen. Doch hier hört die Detailverliebtheit der Entwickler nicht auf, im Karriere-Modus kann man sogar den Trainer, die Einlaufmusik und die weibliche Begleitung bestimmen, die je nach Preis auch die Motivation des Schützlings beeinflussen. Doch zurück zum Kampf: Wie schon im ersten Teil wird die Total-Punch-Control als erste Wahl genannt, die die Bewegungen des rechten Analog-Sticks in verschiedene Schläge umwandelt. Doch gerade Anfänger werden sich mit dieser Konfiguration etwas schwer tun, da es schwer fällt mit den Sticks gleichzeitig flinken Gegnern hinterher zu rennen und vernünftige Schlagserien abzuliefern. Im späteren Spielverlauf hat sich eine Mischung von klassischer Buttonsteuerung und der Total-Punch-Control bewehrt. So kann man kleine Schlagserien abfeuern, gleichzeitig Druck ausüben und am Ende einen mächtigen Aufwärtshaken hinterher schicken.

Doch nicht nur das Schlagen wird in den höheren Schwierigkeitsgraden zu einer Kunst gemacht, auch das Blocken geht weit über das übliche Beat’em’Up Maß hinaus. Vor allem in der Top Ten, muss man harte Schläge mit Counter-Moves abwehren, um so eigene Special-Schläge anbringen zu können, ohne die man schnell auf dem Brett landet. Trotz der hohen Komplexität und den vielen Spielvarianten, bleibt das Spiel immer spannend und fair. Auf „Medium“ sollte der Spieler aber schon etwas Zeit ins Training investieren, sonst ist schnell Schluss. Auch die wichtigen Trainingseinheiten lassen sich zwar auch abkürzen, die höchste Effizienz erreicht man aber nur, wenn selbst Hand angelegt wird.

Auch im Kampf unterscheidet sich das Spiel ernorm von anderen Box-Spielen. Nicht nur der komplexe Schlagabtausch, sondern auch die Pflege in der Ecke mit Glätteisen und Tupfer bringen das Spiel noch näher an den wahren Boxzirkus heran. Hier sorgt vor allem die Mischung aus knallharter Simulation und spaßigen Rollenspielelementen, samt Spezialausrüstung, die die eigenen Attribute nach oben bringt, für jede Menge Spielspaß.

Wer von dem komplexen Karriere-Modus, samt Gewichtsklassen-Wechsel und gigantischer Weltrangliste genug hat, darf im Arcade-Modus mit den größten Boxern der Welt antreten. Egal ob Muhammed Ali, George Frazier, Evander Holyfield oder Mike Tyson, alle Stars werden bis hin zum Bewegungsablauf originalgetreu wieder gegeben. Diese Detailtreue bringt uns zur Grafik und Präsentation, die die gesamte Konkurrenz locker in den Schatten stellt. Nicht nur die wunderschön verformbaren Gesichter, sondern auch die schweißnassen Körper werden samt Animationen perfekt dargestellt und sorgen in Verbindung mit schicken Slow-Motion-Einstellungen der härtesten Treffer für die perfekte Boxatmosphäre.

Fazit – Die perfekte Boxsimulation für wahre Boxfans

Wer selbst einmal im Ring gestanden hat, kann die spannende Atmosphäre sehr gut nachvollziehen, auch wenn die hier gezeigten Schwergewichtschampions natürlich in einer ganz anderen Liga spielen. Trotz des hohen Realismus verkommen die vielen Deatils nie zum Selbstzweck, sondern werden spielerisch sinnvoll eingesetzt. Gerade die Trainingsminispiele und die Versorgung in der Ringecke müssen nicht selbst gesteuert werden, sondern können auch automatisiert werden. Trotzdem ist das Boxspektakel kein Spaziergang. Ohne Taktik und grundlegende Blockfähigkeiten hat man schon in der Top 30 im Karrieremodus gehörige Probleme. Dafür funktionieren reale Schlagserien, wie leichte Jabs kombiniert mit einem Kinnhaken hervorragend.

Gamedaten:
SYSTEMPlaystation 2 X-Box Game Cube
HERSTELLERElectronic Arts
GENRE3D-Boxsimulation
PREIS-
 
Punktwertung:
G
E
S
A
M
T
89 Punkte
sehr gut
GRAFIK88 Punkte 88%
SOUND 89 Punkte 89%
SPIELSPASS90 Punkte 90%

 
 
 
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